So lautet der Artikel von Richard Gris in der September-Ausgabe von PSYCHOLOGIE HEUTE. Richard Gris ist ein Pseudonym. Er ist Berater und Trainer und hat ein ein Buch zu diesem Thema veröffentlicht.
Mir gefiel diese etwas sehr reißerische These, dass die Weiterbildungen in Unternehmen unter dem Strich nichts bringen und ich neige dazu, ihm recht zu geben. Widerspreche ich damit meinem gestrigen Beitrag über Coaching? Ich denke nicht.
Richard Gris sieht im wesentlichen 3 Ursachen:
1. Die Persönlichkeit des Mitarbeiters: Jeder Mitarbeiter hat eine eigene Lernhistorie, deshalb wird jede neue Erfahrung auf den Hintergrund einer individuellen Weltwahrnehmung aufgenommen und verarbeitet. Diese Denkrahmen sind nicht so einfach zu verändern.
2. Die Rolle der Vorgesetzten: Aus Zeitgründen erfassen die Vorgesetzten oft nicht den genauen Weiterbildungsbedarf der Mitarbeiter. Das Interesse an einer nachhaltigen Umsetzung bzw. Personalbesetzung fehlt. Ebenso sind sie oft nicht Vorbild in Sachen eigener Entwicklung.
3. Der alte Trott: Auch wenn sich Personalentwickler viel Gedanken über den Transfer und die Nachhaltigkeit von Weiterbildungen machen, passiert dieser oft nicht – oft aus Kostengründen, weil man oft nicht glaubt, dass die Maßnahmen letztlich wirken.
Wie kann Personalentwicklung und Weiterbildung dann gelingen? Es geht um individuelle Lösungen. Diese werden immer prozesshaft sein müssen, sie müssen ganzheitlich sein, also den ganzen Menschen in seiner komplexen Lebenssituation sehen sehen und mit ihm zusammenarbeiten. Individiuelle Zugänge sind teurer. Aber dafür nützen sie auch.









3 Kommentare
5. Sep 2008 um 14:46
Sehr interessant!
Ich setze viel auf „training by the job“. Das geht aber nur bei entsprechender Vorbildwirkung- und ist langwierig.
11. Sep 2008 um 12:21
Ich glaube ein weiteres Problem der Unternehmeen ist, dass es nicht nur individuelle Lösungen braucht, sondern viel Zeit um diese Umzusetzen bzw. bis diese spürbar Frucht tragen. Ganz nach dem Motto „Gut Ding will Weile haben“ und nicht „Gut Ding will Eile haben. Zack, Zack!“
11. Sep 2008 um 13:13
Da spricht mir jemand aus der Seele. Ich arbeite selber in einer Oganisation mit über 100 Angestellten. Klar dass da der/die Chefs nicht den Überblick behalten können, welcher Mitarbeiter was gerade braucht. Daher mach ich mich immer selbst auf die Suche nach interessanten Fort- und Weiterbildungen die meinem Lebenskontext entsprechen und mich auch weiterbringen. Das bringt mir was und dem Arbeitgeber ebenso. Zumindest mehr als wenn ich mich einen Tag in eine Fortbildung setzte die mich eigentlich gar nicht interessiert, nur weil sie für alle Mitarbeiter Pflicht ist.