Meine Einschätzung über die Ära Klinsmann beim FC Bayern habe ich schon an anderer Stelle abgegeben. Die Saison ist nun zu Ende und die Bayern sind sehr glücklich. Dank Jupp Heynckes haben sie doch noch die direkte Champions-League-Qualifikation geschafft. Und wäre der Erfolgstrainer (in 4 Jahren Bayern immerhin zweimal die Meisterschaft geholt) und Fußballlehrer schon früher da gewesen, dann wäre es wohl die größte Saison der Bayern überhaupt geworden. 13 von 15 möglichen Punkten aus 5 Spielen sind es unter seiner Führung geworden. Herr Hoeneß war sehr zufrieden und fragte, sich wo die Bayern wohl stünden, hätten sie immer so gespielt, wie in den letzten 5 Spielen. Das Rechenspiel ist sehr einfach. Rechnen wir die 5 Spiele hoch auf die gesamte Saision, dann hätten die Bayern 88 Punkte erreicht und wären so überlegen wie nie (und niemand sonst) Meister geworden. Eine irre, überlegene Mannschaft, vor der ganz Europa sich fürchten muss. “Mir san mir”, heißt diese Form von Realitätsverlust. Die Frage ist, wann dieses Selbstverständnis sich ins Gegenteil verkehrt. Wäre doch schade, wenn Bayern nur noch im Mittelmaß der Bundesliga verkommt und andere, die nachhaltig an ihren Entwicklungen arbeiten die Bayern überholen.
Bayern allaf
Jetzt bekommen wir einen Wirtschaftsminister, der nicht nur 11 Vornamen hat, sondern auch noch für politische Verhälntnisse recht jung ist (also sogar noch jünger, als ich es bin). Respekt, Respekt.
Ich musste da heute an meinen Hausarzt denken. Für einen Arzt in Ostdeutschland ist er extrem jung. Aber ehrlich: ich bin mir nicht ganz sicher, ob er fachlich wirklich auf dem Laufenden ist. Kürzlich war ich bei einer Check-up-Untersuchung, so wie man sie eben macht, wenn Mann so steil auf die 40 zusteuert. Er war insgesamt sehr zufrieden mit mir, nur sollte ich bei meinem Gewicht noch ein paar Zentimeter wachsen. Ein reiferer und erfahrenerer Arzt hätte wohl gleich bemerkt, dass ich in diesem Alter wirklich nicht mehr wachse…. Aber das nur mal so als Randbemerkung.
Eigentlich will ich auch gar nicht über das Alter schreiben, sondern über Bayern. Und eigentlich wollte ich darüber schon im Herbst schreiben, aber da hatte es nicht in meinen Blogrhythmus gepasst. Aber man bekommt immer eine zweite Chance:
Die letzte Bayernwahl hat ja etwas zutage gebracht, was ich immer noch gar nicht fassen kann: In Bayern gibt es Stämme! Und das wichtigste in der Politik, dass der Proporz an Stammesbrüdern aufrecht erhalten bleibt. Und wenn ein Stamm übermächtig wird, dann braucht es einen Ausgleich von einem anderem Stamm. Momentan ist wieder der Stamm der Franken dran, der darf jetzt Wirtschaftsminister werden und so ist der gute Herr zu Guttenberg vom Stamm der Franken, der geeignetste Stammesführer Wirtschaftsminister. Bayern allaf! Das ist Politk, so funktioniert unsere Demokratie meine Damen und Herren. Wir freuen uns, sie bei der nächsten Wahl begrüßen zu dürfen, wenn es heißt: Ihre Stimme für unseren Sumpf!
Nochmal zurück zum Alter: Herr von Guttenberg: Gut, dass Sie es geschafft haben. Unsere Generation ist jetzt dran.