Artikel getaggt mit ‘Klaus Berger’

12. Jan 2010

Mal intensiver über Jesus nachdenken

Einen theologischen Leckerbissen bietet vom 29. bis 31. Januar 2010 die Pionierakademie in Meiningen. Klaus Berger hält eine Wochenendvorlesung in Christologie. Klaus Berger ist den aufmerksamen Lesern dieses Blogs sicherlich ein Begriff, da ich schon einige Zitate aus seinem Buch “Jesus” von ihm verarbeitet habe (siehe Beiträge “Gott ist peinlich” und “Jesus und die Altruisten”). Klaus Berger ist keine unumstrittene Person. Er kann provozieren und kann kann mitunter recht katholisch daher kommen. Es gibt Gebiete wo ich ihm gänzlich widersprechen würde und es gibt Aussagen und Herleitungen bei denen ich sagen kann, dass ich noch nie so geniale Sachen gelesen haben. Also zusammengefasst: Klaus Berger lässt einen nicht kalt, er bürstet gegen den Strich. Irgendwas in der Richtung wird uns auch in Meiningen erwarten. Nähere Infos zur Veranstaltung gibt es hier. Für diejenigen, die kein ganzes Wochenende investieren wollen (warum eigentlich nicht?), gibt es auch noch eine kostenlose Abendveranstaltung zum Thema “Was können moderne Menschen mit Jesus anfangen?”.

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26. Dez 2008

Gott ist peinlich

In den letzten Wochen beschäftige ich mich immer wieder damit, was Jesus-Nachfolge bedeutet. Wenn Jesus uns in die Nachfolge ruft, beginnt ein krasses Abenteuer. Die Aufgaben, die er uns stellt, sind meistens eine Überforderung zumindest eine deutliche Heraus-forderung. Jesus nachzufolgen hat immer was mit auf-dem-Wasser gehen zu tun (die nasse Füsse inclusive). Ein Aspekt, den ich gerade sehr schätze ist, dass wir einem peinlichen Gott nachfolgen. Und dies bedeutet, dass auch Nachfolge extrem peinlich sein kann (damit möchte ich nicht alle christlich-subkulturellen Abartigkeiten entschuldigen).

Ja, ich sage es nochmal: Gott ist peinlich: So wie Gott auf die Welt gekommen ist und wie er gestorben ist. Ehrlich: ich finde das peinlich. Gott macht sich quasi zum peinlichen Deppen. Das kommt gerade in Lukas 15 ganz deutlich zum Ausdruck, das Kapitel das der Essener Evangelist Wilhelm Busch als das “goldende Kapitel” der Bibel bezeichnet hatte, dort wo es darum geht, was es für Gott bedeutet,wenn Menschen zu Ihm finden, kommt dieses peinliche, unwürdige, närrische am deutlichsten zum Ausdruck:

Klaus Berger schreibt über das Gleichnis vom verlorenen Groschen:

“Das Gleichnis handelt .. von Gott. Im Bild dieser Frau steht seine närrische Suche im Zentrum, seine Gottes wahnsinnige Freude. Denn e, der Herr der Welten, ist auf der Suche nach jedem verlorenen kleinen Menschen. er kehrt das Haus um, auf dass er den letzten finden kann. Die normale Weltordnung ist hier verkehrt worden: Nicht wir müssen Gott suchen, den mächtigen und barmherzigen, sondern er sucht uns. Verzweifelt fast, um jeden Preis. Und wer sein Haus umkehrt, um einen Groschen zu suchen, der tut es auf Knien. Nicht wir knien her, sondern Jesus schildert hier Gott auf Knien. Ein merkwürdiger Gott – versteht er denn gar nichts von Würde?…Gott wird hier in seiner Verletzlichkeit und als Verachteter und Belächelter dargestellt, und wohl gerade deshalb auch im Bild einer Frau.” (Klaus Berger, Jesus, S. 238)

Noch peinlicher verhält sich Gott im Gleichnis von Verlorenen Sohn.

Der Vater rennt dem Sohn, der der Erbe verbrasst hat und sich auf den Weg gemacht hat entgegen. Eine ungeheuerliche Peinlichkeit, absolut unwürdig – ein Mann rennt im Orient nicht, er raubt sich seiner kompletten Würde! Unser Gott ist peinlich! Immer wieder! Weil es ihn um uns geht. Weil Gott liebt “vergisst” er alles um sich herum, da ist es ihm egal, was andere über ihn denken.

Ich zitiere nochmal Klaus Berger:

“Warum aber ist gott so närrisch? … Gott hat Sehnsucht nach Freude über Gefundenes. Gott und Freude sind identisch. Wenn der Lebensmaßstab Gottes also die Freude ist, dann sieht manches anders aus.”

Deshalb mutet auch Gott uns alle Peinlichkeiten zu, wenn er uns in seine Pläne, sein Herz, sein Leben, seine Leidenschaft hinein nimmt. Gott ist peinlich, Nachfolge ist peinlich. Nachfolge an sich beginnt auch mit so einer Peinlichkeit: der Taufe (wenn das nicht mal peinlich ist, oder?).

Jesus ich will dir nachfolgen!

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