Artikel getaggt mit ‘Psychologie’

22. Jun 2009

Ein paar Spots

Zitate aus der Psychologie heute (Ausgabe Juli 2009):

“Haben wir eine Situation nicht mehr völlig im Griff, neigen wir dazu, die wenigen uns bekannten Informationen als vollständiger und bedeutsamer anzusehen, als sie es tatsächlich sind.”

“Besinnen wir uns auf Werte und Dinge, die uns wichtig sind, lässt das Gefühl des Kontrollverlustes nach, und unsere Wahrnehmung der Welt kommt wieder ins Lot.”

(aus dem Artikel: Muster geben Halt)

“Stress ist zwar ein natürlicher Teil unseres Alltags, ein Übermaß an negativem Stress kann aber die neuronalen Schaltkreise langfristig stören.”

(aus dem Artikel: Armut schädigt das Gehirn)

“Heranwachsende mit einem übersteigerten Selbstwertgefühl, das schon an Narzismuss grenzt, reagieren auf eine Erniedrigung deutlich aggressiver als Gleichaltrige mit weniger stark ausgeprägtem Ego.”

(aus dem Artikel: Zu Stolz für Niederlagen)

“Paare, die darauf  vertrauen können, dass es in der Partnerschaft grundsätzlich gerecht zugeht, müssen nicht von Tag zu Tag für Ausgewogenheit kämpfen.”

(aus dem Artikel: Ignorieren, abwarten, argumentieren)

“Antidepressiva sind akute Schmerzmittel für die Seele. Heilen können sie nicht.”

(aus dem Artikel: Helfen Pillen gegen die Schwermut?)

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5. Feb 2009

Wann greift deine Ethik?

Wie bereits geschrieben, gehöre ich momentan nicht zu den schnellsten Bloggern in der Szene. Von einer interessanten Studie berichtet Heiko Ernst im Editorial der Januar-Ausgabe von Psychologie heute. Diese Studie ist denke ich nicht nur für Theologie-Studenten der Pioniarakademie interessant:

“Ein Student hastete die Straße entlang, als er plötzlich einen stöhnenden Mann in einer Seitengasse am Boden liegen sah. Der Student zögerte einen Augenblick, sah sich um – und ging eilig weiter. Er wusste nicht, dass er Versuchspseron in einem sozialpyschologischen Experiment war.

John Darley und Dan Batson von der Princeton University sichkten Theologiestudenten in ein mehrere Blocks entferntes Gebäude, um dort ein Referat zu halten. Einigen Studenten sagten sie, sie sollten sich beeilen, man erwarte sie bereits. Den anderen sagten sie, sie hätten genügend Zeit. Jeder einzelne Student kam an dem anscheinend verletzten Mann vorbei – in Wahrheit ein Schauspieler, der im Auftrag der Forscher agierte. Die Eiligen ließen ihn liegen, die Gemächlicheren kümmerten sich um ihn. Eine ironische Note erhielt das Experiment durch das Thema des Referats, das die Studenten halten sollten: Es ging um das Gleichnis vom barmherigen Samariter.

Eine scheinbar banale Erkenntnis: Wenn wir einen Termin haben, blenden wir andere Verpflichtungen aus. Wir müssen eben Prioritäten setzen im Leben, oder? Beunruhigend ist: Zeitdruck macht unbarmherzig, selbst dann, wenn man scih gerade intensiv mit dem Thema Mitleid und Hilfsbereitschaft beschäftigt hat. Und die Tendenz, alles der Uhr oder dem Kalender unterzuordnen, kann sich verfestigen und unser Verhalten unbewusst, aber umso nachhaltiger prägen. Nicht mehr die Situation, unser Charakter oder unsere Werte bestimmen das Handeln, sondern ein verinnerlichtes Zeitmuster. Wer beispielsweise überwiegend “schnell” lebt, wer zukunftsorientiert immer schon das Nächste plant und bedenkt, hat meist keine Zeit mehr für die Gegenwart.” (Psychologie Heute, Ausgabe Januar 2009, S. 3)

Ertappt? Ich schon. Beim Streben nach Zeiteffizienz und Abarbeiten meiner To-Dos (und dem ständigen Hinterherhinken) macht meinen Blick für das, was um mich herum passiert, schon ganz schön eng. Ob die Zeitmanagementgurus das mit Zeitsouveränität meinen?

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