Politisch korrekt

Im Artikel 1 des Grundgesetzes steht: „Der politisch korrekte Umgang mit anderen Menschen ist unantastbar.“

Man darf heute sagen, was man will, politisch korrekt muss es halt sein. Selbst die Kombination von Worten müssen korrekt sein (z. B. dürfen die Worte „nicht schlecht“ und „Nazi-Zeit“ in irgendeinem Zusammenhang gebraucht werden, egal, was damit gesagt werden will). Wer den Artikel 1 nicht respektiert, hat es nicht leicht. Er muss mit der (zumindest verbalen) Lynchjustiz der nicht-schweigenden Minderheit rechnet. So geschehen mit Eva Hermann vor einigen Wochen. Vor ein paar Tagen hat Wolfgang Böhmer, sich politisch völlig unkorrekt ausgedrückt, darüber habe ich in Monitor Ostdeutschland geschrieben.

Aptprimas Notker Wolf (in „Worauf warten wir“ S. 127 ff.) spricht er vom Dogma der politischen Korrektheit. Politische Korrektheit sei eine zutiefst pessimistische Moral. „Sie hält sich nicht dabei auf, das zu verurteilen, was ein Mensch sagt oder tut, sie misstraut schon seinen Motiven.“ Politische Korrektheit erzeugt „ein Klima allgemeiner Befangenheit und schüchtert ein, durch Tabus, durch Sprachregelungen und durch Ächtung derer, die dagegen verstoßen – bis man sich dreimal überlegt, ob man es darauf ankommen lassen will, missverstanden zu werden.“

„Letztlich läuft die politische Korrektheit deshalb darauf hinaus, an einem Menschen alles zu verschleiern oder zu tabuisieren, was ihn an kulturellen Erfahrungen geprägt hat, was ihn als Angehörigen einer bestimmten Gruppe oder Gesellschaft ausmacht, sodass am Ende nur noch der gewissermaßen abstrakte Mensch übrig bleibt, losgelöst von seinem Geschlecht, seiner Herkunft, seiner Kultur. Ein Phantom, mit anderen Worten. Ein undefinierbares Phantom wie der „Mensch mit Migrationshintergrund.“

Deshalb behaupte ich: Politische Korrektheit ist menschenfeindlich.

Ich setze mich für die Abschaffung des Artikels 1 des Grundgesetzes ein. Politische Korrektheit lähmt unser Land.

Stattdessen schlage ich einen neuen Artikel 1 vor: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Ja, das finde ich gut. Da hätten auch schon andere drauf kommen können.

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