Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen (2)

Im ersten Teil (ich gebe zu, dass das schon ein Weilchen her ist) habe ich behauptet, dass das biblische Zitat „wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“, das auch Eingang in die Verfassung der Sowjetunion bekam, durchaus seine Bedeutung hat, aber nicht als Kerngedanke biblischer Anthropologie gesehen werden kann.

Ich möchte dieses Zitat als Ausgangspunkt dieser Artikelserie nehmen, in der ich mich intensiver mit der biblischen Bedeutung von Arbeit und Arbeitslosigkeit auseinandersetze und auch versuchen werde ethische Ansatzpunkte für Antworten auf schwierige gesellschaftliche Fragen zu finden, in der einfache „christliche“ Antworten zu kurz greifen.

Zentral ist für mich die Auseinandersetzung um die Frage, was Arbeit mit dem Menschsein an sich zu tun hat. Es gilt also (theologische) Anthropologie in das Grundverständnis von Arbeit in die gesellschaftliche Diskussion einzubringen . Mit dieser anthropologischen Dimension sind ethische Fragestellungen eng verbunden.Es reicht hier aber längst nicht, nur individualethische Aspekte zu diskutieren. Hier müssen wir Christen die „Entfremdung zwischen Kirche und Arbeitswelt“  (Helmuth Engelkraut) überwinden. Hier brauchen wir eine Sozialethik im Sinne einer Ethik der sozialen Ordnungen oder Institutionen, in denen der Mensch lebt. Ich glaube, dass christliche Ethik dazu einen entscheidenden Beitrag leisten kann.

Im nächsten Teil werde ich versuchen, das biblische Verständnis von Arbeit herauszuarbeiten.

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