Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen (6)

Ich hoffe, das ist euch nicht zu viel Theologie. Ich mach jetzt einfach mal so weiter – ihr sollt schon das ganze Bild kriegen.

Ich möchte euch heute in einen spannenden Bibeltext reinnehmen, der für mich einige Blickrichtungen auf die eigene Arbeit aufzeigt:

Hüte dich, dass du den HERRN, deinen Gott, nicht vergisst, indem du seine Gebote und seine Rechtsbestimmungen und seine Ordnungen, die ich dir heute gebe6, nicht hältst! – dass nicht, wenn du isst und satt wirst und schöne Häuser baust und bewohnst und deine Rinder und deine Schafe sich vermehren und dein Silber und Gold sich mehren und alles, was du hast, sich mehrt, dass dann nicht dein Herz sich erhebt und du den HERRN, deinen Gott, vergisst, der dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus, herausführte; der dich wandern ließ in der großen und schrecklichen Wüste, wo feurige Schlangen und Skorpione sind, in dem dürren Land, wo kein Wasser ist; der dir Wasser aus dem Kieselfelsen hervorbrachte; der dich in der Wüste mit Man speiste, das deine Väter nicht kannten, um dich zu demütigen und um dich zu prüfen, damit er dir am Ende wohltue und du dann nicht in deinem Herzen sagst: Meine Kraft und die Stärke meiner Hand hat mir dieses Vermögen verschafft! Sondern du sollst an den HERRN, deinen Gott, denken, dass er es ist, der dir Kraft gibt, Vermögen zu schaffen; – damit er seinen Bund aufrechterhält, den er deinen Vätern geschworen hat, so wie es heute ist. (5Mo 8, 11 – 18)

Drei Aspekte kann man exemplarisch diesem Text entnehmen, die die Bedeutung und den Erfolg der eigenen Arbeitsleistung verdeutlichen:

1. Gott hat uns Kraft gegeben, Vermögen zu schaffen (vgl. V. 17f.). Es ist durchaus im Interesse Gottes, Häuser zu bauen, Land zu kultivieren, Tierzucht zu betreiben, zu handeln usw. Die eigene Arbeit ist dafür gedacht, sich existenzielle Grundlagen zu schaffen (siehe z. B. auch Spr 12, 11).

2. Ungewöhnliche Situationen brauchen jedoch unterschiedliche Zugänge zur Versorgung. Der Auszug aus Ägypten durch die lebensfeindliche Wüste wurde durch die übernatürliche Versorgung Gottes ermöglicht . Aber auch diese Versorgung Gottes war mit Arbeit verbunden – zumindest mussten die Man-Körner gesammelt (2Mo 16, 17 + 21 + 26) und wahrscheinlich auch zubereitet werden (2Mo 16, 23).

3. Gott ist es der versorgt und die Möglichkeit zur Arbeit und Versorgung gibt. Gott will dieses Bewusstsein in den Menschen wach halten. Auch wenn der Erfolg der Arbeit ein Selbstläufer zu sein scheint, ist es Gott der dies ermöglicht. Dieser Segen wird auch mit dem Tun des Willen Gottes verknüpft (siehe auch Ps 128; 127, 1).

Wahrscheinlich warten einige schon darauf, dass ich endlich die Faulheit thematisiere. Das will ich nun auch in aller Ausführlichkeit tun:

Neben dem im Prinzip positiven Blick auf Arbeit, wird auch immer wieder – vor allem in den Sprüchen – darauf hingewiesen, dass Faulheit dem Schöpfungsprinzip der Arbeit entgegensteht (siehe z. B. Sp 6, 6; 10, 4).

In Folge 7 schauen wir noch kurz ins Neue Testament. Kommentare, Zwischeneinwürfe, Nachfragen sind natürlich jederzeit willkommen.

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Noch mehr Tools

Wen Powerpoints langweilen kann es ja mal mit Prezi versuchen. Die ganze Präsentation befindet sich auf einer Seite, und das jeweils relevante wird einfach herangezoomt – präsentationsmäßig kann man da auf jeden Fall mal für einen Überraschungseffekt sorgen. Außerdem ist es eine Form, die situative Vorträge leichter macht, da einzelne Aspekte leichter anzusteuern sind.

Ein Hammertool ist Etherpad – ideal für gemeinsames Arbeiten an einem Text. Seine ganze Kraft entfaltet Etherpad, wenn zeitgleich gearbeitet wird. Die Firma wurde übrigens von Google aufgekauft und in diesem Zuge sollte Etherpad zum 31.03.10 schließen. Das hat die Fangemeinde weniger amüsiert und hat das Unternehmen dazu bewegt seine Strategie neu zu überarbeiten – eine sehr gelungene Unternehmenskommunikation, wie ich finde).

Zum Schluss ein App-Tipp für die iPhone-User: SimpleMind, ein Mindmap-Programm ist kostenlos schon sehr gut, für ein bisschen Geld auch syncronisierbar.

So macht arbeiten Spaß!

Tolle Tools

Zwei technische Geräte haben in den letzten Monaten meine Arbeitsweise verändert. In der Vergangenheit war ich ja mal in den Apfelkrieg verwickelt, woran sich die langjährigen treuen Leser sicherlich noch erinnern.

Mittlerweile nutze auch ich die Apfel-Technologie – zunächst habe ich mir das iPhone 3GS angeschafft. Es gab Menschen, die haben mich gewarnt, ein iPhone zu kaufen, z. B. der freundliche Anrufer von Vodafone Aber ich habe mich trotzdem dafür entschieden. Leider bekam ich dann das Montagsgerät geliefert, welches mich einige Male heftigst im Stich gelassen hatte. Mit dem Ersatzgerät kann ich nun richtig gut und zuverlässig arbeiten. Auch wenn der Markt mittlerweile zig Smartphones liefert, bleibt es wegen der unzählig genialen Apps für mich unschlagbar.Während das iPhone das digitale Leben auf vielfältige Weise bereicherte, bedeutete die Umstellung auf mein Mac Book pro eine große Anpassungsleistung, die ich immer noch nicht zufriedenstellend bewältigen konnte.

Die größte Herausforderung stellt für mich das Fehlen von Microsoft Outlook dar, die Werkzeuge die ich von Apple angeboten bekomme, sind ziemlich dürftig und Entourage im Office-Paket ist ja auch nicht der Renner, im Office 2010 für Mac soll dann auch ein Outlook dabei sein. Die Tatsache des fehlenden Outlook hat mich fast dazu gebracht, das Projekt Mac Book zu beenden. Aber ich habe mich dann durchgewurschtelt und eine Systematik gefunden, mit der ich einigermaßen leben kann. Jetzt habe ich aber das Tool Remember the Milk entdeckt, was mir zumindest mal die Möglichkeit schafft eine ordentliche Aufgabenverwaltung hinzukriegen. In Unterstützung mit dem dazugehörigen iPhone-App ist das fast schon eine feine Sache. Täglich bekomme ich jetzt eine zufammenfassende Mail über die anstehenden Aufgaben.

Und dann habe ich noch etwas anderes gefunden, ich ebenso sehr hilfreich finde: Evernote – es verspricht, mein virtuelles Gedächtnis zu sein. Und es ist nicht zuviel versprochen. Aber als allererstes ist es für mich ein Schnipselsammler. Alles was mir so über den Weg kommt, kann ich in Evernote verarbeiten – auch hier gilt: in Ergängzung mit dem iPhone kann ich alles sammeln, was mir so den lieben langen Tag über den Weg läuft – und weiß endlich wo ich das auch einsortiere – nämlich in Evernote. So kann ich Websiten, Bildschirmauschnitte, Textnotizen, Fotos, Sprachmemos sammeln und taggen und auch wiederfinden, wenn ich es dann bräuchte.

Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen (5)

Inwieweit veränderte der Sündenfall das Verhältnis Gott-Mensch-Arbeit? Es geht um die Fragestellung von Fluch oder Segen der Arbeit.

Zunächst gilt festzuhalten, dass Gott nie die Arbeit oder den Menschen verflucht hat, sondern den Erdboden (1Mo 3, 17). Der Mensch ist also indirekt vom Fluch betroffen, da die Dornen und Disteln, das bebauen mühsam machen . Interessanterweise nimmt Gott nach dem Sündenfall, den ursprünglichen Auftrag aus 1Mo 2, 5 wieder auf, in dem er hier bei der Vertreibung der Menschen aus dem Garten Eden wieder davon spricht, dass der Mensch den Erdboden bebauen soll (1Mo 3, 23), allerdings anders konnotiert . Hier zeigt sich m. E. eine deutliche Weiterführung des Ursprungsauftrags Gottes, trotz dieses grundlegenden Vertrauensbruchs. Was aber deutlich wird, ist dass die Arbeit von nun an in gewisser Weise auch zur Last wird – „ein Gedanke, der von hier an das biblische Zeugnis von der Arbeit ständig begleitet“ (Helmut Burkhardt) .

Im mosaischen Gesetz setzt Gott selbstverständlich voraus, dass der Mensch arbeitet. Was Gott ausdrücklich festlegen muss, ist dass der Mensch einen Rhythmus von Arbeit und Ruhe einhält, wie es im Sabbatgebot zum Ausdruck kommt. „Damit wird aber nicht nur die Begrenztheit der Arbeit, sondern letztlich auch sie selbst als etwas Natürliches, dem Menschen entsprechendes angesehen.(H. Burkhardt)“ Dieses Ruhegebot, gibt dem Menschen die Chance, sich nicht an die Arbeit zu verlieren, sondern animiert ihn auch die Schöpfung Gottes zu genießen (vgl. 1Mo 2, 3).

Die Weisheitsliteratur zeigt das Spannungsfeld von Last und Schöpfungsauftrag sehr deutlich. Die Aussagen scheinen manchmal „einem gewissen Lebenspessimismus Ausdruck zu geben“ (H. Burkhardt)  :

Die Tage unserer Jahre sind siebzig Jahre, und, wenn in Kraft, achtzig Jahre, und ihr Stolz ist Mühe und Nichtigkeit, denn schnell eilt es vorüber, und wir fliegen dahin. (Ps 90, 10)

Diese Grundstimmung wird aber durch den Schlussvers wieder aufgelöst, wo es heißt:

Die Freundlichkeit des Herrn, unseres Gottes, sei über uns und festige über uns das Werk unserer Hände! Ja, das Werk unserer Hände, festige du es! (Ps 90, 17)

Dieses Spannungsfeld von Last und Mühen einerseits und schöpfungsgemäßer Natürlichkeit , kann man wohl als eine Grundlinie in der Bibel erkennen.

Sehr selbstverständlich berichtet die Bibel davon, dass eigene Arbeit dazu dienen soll den Lebensunterhalt des eigenen Haushalts zu bestreiten. Das AT macht deutlich, dass der Erfolg darin von mehreren Faktoren abhängig ist. Diese werden wir in der nächsten Folge anschauen.

Herr Klontik und Rademann

Kürzlich habe ich von einer Band mit dem interessanten Namen „Herr Klontik und Rademann“ gehört. Da die Musiker aber weder Klontik noch Rademann heißen, weckte das natürlich mein Interesse – wahrscheinlich ging das nur mir so, denn meine Leser wissen natürlich, dass „Herr Klontik und Rademann“ der die Protagonisten der Kurzgeschichte „Wein auf Lebenszeit“ von Kurt Kusenberg sind. Ich jedenfalls habe diese wunderbare Geschichte auf diesem Weg kennen gelernt. Unbedingt lesen (unter der Rubrik „Story“).

Götz Werner kommt nach Meiningen

…hoffentlich, vielleicht in 2010.

Ich würde gerne einen der deutschen Vordenker zum bedingungslosen Grundeinkommen nächstes Jahr nach Meiningen holen. Heute morgen habe ich mit der Kommunikationsagentur gesprochen, die die Anfragen sondiert und habe die Eckdaten eines möglichen Vortrags erfahren. Jetzt gilt es die entsprechenden Partner zu finden.

Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen (4)

Gott arbeitet! Diese profunde Tatsache kann man am Schöpfungswirken Gottes sehen. Dieses Arbeiten könnte sogar mit Mühen verbunden gewesen sein , weil Gott sich entscheidet, nach sechs Tagen zu ruhen (1Mo 2,2).

Die menschliche Arbeit steht in Verbindung und Kontinuität zum Arbeiten und Schaffen Gottes, auch wenn die Arbeit Gottes und des Menschen nicht direkt miteinander zu vergleichen ist. Für das Schaffen Gottes wird ein hebräisches Wort (bara) gebraucht, das nie auf die menschliche Arbeit angewandt wird .

Dieses „bara“ drückt die absolute Souveränität aus, in der Gott das Nichtsseiende ins Dasein ruft (vgl. Röm 4, 17) . Es betont dieses einzigartige unvergleichliche Tun Gottes, das jeder menschlichen Vorstellung entzogen bleibt.

Auf der Grundlage dieses Schaffens entfaltet sich die Arbeit für den Menschen. Es setzt das „Schaffen und Schenken Gottes voraus; mit der Übereignung der Schöpfungsgaben an den Menschen ist das Pflegen und Schützen dieser Gaben als Lebensauftrag für ihn gegeben“ (Hans Walter Wolff).  Der Mensch ist als Abbild Gottes geschaffen, durch seine Arbeit am Werk des Schöpfers teilzunehmen.

„Das Arbeiten des Menschen ist also Anteilhabe an der Arbeit Gottes, Eintritt in die Mitarbeit am Werk der Schöpfung, und zwar gleichsam mitschöpferisch. D. h. aus zwar schon Vorhandenem entsteht nun tatsächlich etwas, das so noch nicht da war: der bebaute, kultivierte Erdboden als Grundelement aller Kultur überhaupt“ (Helmut Burkhardt).

Dieses mitschöpferische Tätigkeit findet beispielsweise aber auch darin seinen Ausdruck, dass Gott Adam beauftragt, den Tieren einen Namen zu geben (1 Mo 2, 18).

In Folge 5 möchte ich betrachten, in wie weit die Sündenfall, das Verhältnis Gott-Mensch-Arbeit veränderte .