Hoffnungsträger

Über die Unart der Parteiendemokratie habe ich mich an dieser Stelle schon mehrfach ausgelassen. Doch langsam fange ich an, auch am Volk zu zweifeln. Wir wollen nicht wahrhaben, dass unser Held, die Lichtgestalt der Politik, durch Schuljungendummheiten, nicht mehr tragbar ist. Was nicht sein darf, darf nicht sein. Wir wollen uns unsere Poltikhoffnung nicht zerreden lassen. Wer soll denn unser nächster Bundeskanzler werden? Jetzt war mal einer da, der uns den Glauben an die Politk zurückgegeben hat. Und den sollen wir jetzt wieder hergeben? 304.000 Mal geht der Daumen bei Facebook nach oben, wenn „gegen die Jagd auf Guttenberg“ Position bezogen werden soll.

Ein Interview im Deutschlandradio Kultur brachte mich heute zum Nachdenken, nicht weil Guttenberg der Dienstherr von zwei Bundeswehr-Univeritäten ist (das macht die Situation einfach nur skuril).

Rainer Elkar, emeritierter Professor an der Bundeswehr-Universität in München:

„Wir haben in Italien ein Negativbeispiel, wohin die unverhältnismäßige Verehrung eines charismatischen Politikers führen kann, wir brauchen nichts Vergleichbares in Deutschland. Jeder ist ersetzlich, ob er nun Charisma hat oder als unverzichtbar erscheint oder nicht. Und ich glaube, das trifft hier in diesem Fall auch zu.“

„Deutschland und Italien ist nicht in allen Dingen vergleichbar, aber wir sind hier in den Vorhöfen. Wenn eine breite Bevölkerungsmehrheit so etwas zu tragen bereit ist, dann ist mir das unheimlich.“

Mir ist das auch unheimlich. Parteiendemokratie passt mir nicht! Das Volk ist hochgradig irrational! Einen charismatischen Führer lehne ich ab. Aber was dann?

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Leistung muss sich wieder lohnen

Guide Westerwelle hat sich geschickt in Szene gesetzt und den freien Fall der Umfragewerte seiner Partei gestoppt. Er schafft es zumindest täglich in den Nachrichtenschlagzeilen zu sein und wird in den Talkshows hoch- und runterdiskutiert. Populismus ist eben oft hilfreicher als solide, an den Realitäten orientierte Politik. Das gute daran ist, dass eine Diskussion in Gang gesetzt wird, wie es mit unseren sozialen Sicherungssystemen weitergehen kann und soll. Wenn es zu dieser Diskussion überhaupt kommt. In den medial zugelassenen 30 Sekunden ist eben oft keine grundlegende Situationsanalyse geschweige denn einen Blick ein positiver, gestaltender Blick in die Zukunft möglich. Guido Westewelle hat seinen Slogan gefunden: „Leistung muss sich wieder lohnen“! Prima Satz, kurz, griffig – da will ihm doch nicht wirklich jemand widersprechen. Und vor allem das sog. „bürgerliche“ Lager nickt ganz kräftig mit. Und von „bürgerlich“ zu „konservativ“ zu „christlich“ ist es ja auch nicht mehr so weit. Und dem bibelfesten konservativen Christen kommt dann auch gleich Paulus und sein „wer nicht arbeitet soll auch nicht essen“ in den Sinn.

Das Dumme ist, dass nicht alles was konservativ und bürgerlich daher kommt auch gleich christlich oder biblisch sein muss. In der Westerwelle-HartzIV-Debatte wird das für mich deutlich.

Was ist denn eigentlich Leistung?

  • Wenn eine alleinerziehende Mutter drei Kinder großziehen muss?
  • Wenn ein körperlich Behinderter jeden Tag seinen Alltag in einer Welt gestalten muss, die ihm im wahrsten Sinne des Wortes Steine in den Weg legt?
  • Wenn einem Mann seit 12 Monaten in 100-% Kurzarbeit verbringen muss und sich täglich neu motiviert, nicht den Glauben an sich und seine Möglichkeiten zu verlieren?
  • Wenn es einer gewagt hat, sich selbstständig zu machen und sich seit Jahren am Existenzminimum bewegt?
  • Wenn Menschen bereit sind, sich ehrenamtlich für Kinder und Jugendliche zu engagieren?
  • Wenn ein HartzIV-Empfänger bereits das 7. Bewerbertraining absolviert um zu zeigen, dass er bewerbungs- und arbeitswillig ist?
  • Wenn ein junger Mann ein stattliches Erbe erhalten hat und seine Langeweile auf dem Golfplatz vertreibt?
  • Wenn Menschen Tag für Tag von 8 bis 17 Uhr an ihrem Arbeitsplatz sitzen, obwohl sie innerlich gekündigt haben oder nur Dienst nach Vorschrift machen (was auf die allermeisten zutrifft)?
  • Wenn ein Unternehmen Mitarbeiter entlässt, um den Sharholder-Vaue zu steigern?
  • Wenn man genug Geld hat, um es im Ausland vor dem Finanzamt zu verstecken?

Leistung muss sich wieder lohnen! Genau! Welche Leistung meinen wir? Ja, wir brauchen einen gesellschaftlichen Diskurs darüber und auch darüber, was dann der „Lohn“ der Leistung ist. (Hilft da die Betrachtung der Lebensleistung von Herrn Westerwelle?)

Als Christ möchte ich mich diesen Fragen stellen und will da auch bewusst die Bibel mit zu Rate ziehen.

Was ist denn eigentlich christlich bzw. biblisch?

Was fällt uns zu dieser Thematik in Bezug auf obige Fragen ein? Ich möchte an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen, sondern zur Reflexion und Diskussion anregen. Die aktuelle Diskussion jedenfalls hat mich dazu ermutigt, an meiner theologischen Serie „Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen“ (bisherige Folgen 1, 2, 3, 4, 5, 6) weiter zu schreiben.

Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen (6)

Ich hoffe, das ist euch nicht zu viel Theologie. Ich mach jetzt einfach mal so weiter – ihr sollt schon das ganze Bild kriegen.

Ich möchte euch heute in einen spannenden Bibeltext reinnehmen, der für mich einige Blickrichtungen auf die eigene Arbeit aufzeigt:

Hüte dich, dass du den HERRN, deinen Gott, nicht vergisst, indem du seine Gebote und seine Rechtsbestimmungen und seine Ordnungen, die ich dir heute gebe6, nicht hältst! – dass nicht, wenn du isst und satt wirst und schöne Häuser baust und bewohnst und deine Rinder und deine Schafe sich vermehren und dein Silber und Gold sich mehren und alles, was du hast, sich mehrt, dass dann nicht dein Herz sich erhebt und du den HERRN, deinen Gott, vergisst, der dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus, herausführte; der dich wandern ließ in der großen und schrecklichen Wüste, wo feurige Schlangen und Skorpione sind, in dem dürren Land, wo kein Wasser ist; der dir Wasser aus dem Kieselfelsen hervorbrachte; der dich in der Wüste mit Man speiste, das deine Väter nicht kannten, um dich zu demütigen und um dich zu prüfen, damit er dir am Ende wohltue und du dann nicht in deinem Herzen sagst: Meine Kraft und die Stärke meiner Hand hat mir dieses Vermögen verschafft! Sondern du sollst an den HERRN, deinen Gott, denken, dass er es ist, der dir Kraft gibt, Vermögen zu schaffen; – damit er seinen Bund aufrechterhält, den er deinen Vätern geschworen hat, so wie es heute ist. (5Mo 8, 11 – 18)

Drei Aspekte kann man exemplarisch diesem Text entnehmen, die die Bedeutung und den Erfolg der eigenen Arbeitsleistung verdeutlichen:

1. Gott hat uns Kraft gegeben, Vermögen zu schaffen (vgl. V. 17f.). Es ist durchaus im Interesse Gottes, Häuser zu bauen, Land zu kultivieren, Tierzucht zu betreiben, zu handeln usw. Die eigene Arbeit ist dafür gedacht, sich existenzielle Grundlagen zu schaffen (siehe z. B. auch Spr 12, 11).

2. Ungewöhnliche Situationen brauchen jedoch unterschiedliche Zugänge zur Versorgung. Der Auszug aus Ägypten durch die lebensfeindliche Wüste wurde durch die übernatürliche Versorgung Gottes ermöglicht . Aber auch diese Versorgung Gottes war mit Arbeit verbunden – zumindest mussten die Man-Körner gesammelt (2Mo 16, 17 + 21 + 26) und wahrscheinlich auch zubereitet werden (2Mo 16, 23).

3. Gott ist es der versorgt und die Möglichkeit zur Arbeit und Versorgung gibt. Gott will dieses Bewusstsein in den Menschen wach halten. Auch wenn der Erfolg der Arbeit ein Selbstläufer zu sein scheint, ist es Gott der dies ermöglicht. Dieser Segen wird auch mit dem Tun des Willen Gottes verknüpft (siehe auch Ps 128; 127, 1).

Wahrscheinlich warten einige schon darauf, dass ich endlich die Faulheit thematisiere. Das will ich nun auch in aller Ausführlichkeit tun:

Neben dem im Prinzip positiven Blick auf Arbeit, wird auch immer wieder – vor allem in den Sprüchen – darauf hingewiesen, dass Faulheit dem Schöpfungsprinzip der Arbeit entgegensteht (siehe z. B. Sp 6, 6; 10, 4).

In Folge 7 schauen wir noch kurz ins Neue Testament. Kommentare, Zwischeneinwürfe, Nachfragen sind natürlich jederzeit willkommen.

Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen (5)

Inwieweit veränderte der Sündenfall das Verhältnis Gott-Mensch-Arbeit? Es geht um die Fragestellung von Fluch oder Segen der Arbeit.

Zunächst gilt festzuhalten, dass Gott nie die Arbeit oder den Menschen verflucht hat, sondern den Erdboden (1Mo 3, 17). Der Mensch ist also indirekt vom Fluch betroffen, da die Dornen und Disteln, das bebauen mühsam machen . Interessanterweise nimmt Gott nach dem Sündenfall, den ursprünglichen Auftrag aus 1Mo 2, 5 wieder auf, in dem er hier bei der Vertreibung der Menschen aus dem Garten Eden wieder davon spricht, dass der Mensch den Erdboden bebauen soll (1Mo 3, 23), allerdings anders konnotiert . Hier zeigt sich m. E. eine deutliche Weiterführung des Ursprungsauftrags Gottes, trotz dieses grundlegenden Vertrauensbruchs. Was aber deutlich wird, ist dass die Arbeit von nun an in gewisser Weise auch zur Last wird – „ein Gedanke, der von hier an das biblische Zeugnis von der Arbeit ständig begleitet“ (Helmut Burkhardt) .

Im mosaischen Gesetz setzt Gott selbstverständlich voraus, dass der Mensch arbeitet. Was Gott ausdrücklich festlegen muss, ist dass der Mensch einen Rhythmus von Arbeit und Ruhe einhält, wie es im Sabbatgebot zum Ausdruck kommt. „Damit wird aber nicht nur die Begrenztheit der Arbeit, sondern letztlich auch sie selbst als etwas Natürliches, dem Menschen entsprechendes angesehen.(H. Burkhardt)“ Dieses Ruhegebot, gibt dem Menschen die Chance, sich nicht an die Arbeit zu verlieren, sondern animiert ihn auch die Schöpfung Gottes zu genießen (vgl. 1Mo 2, 3).

Die Weisheitsliteratur zeigt das Spannungsfeld von Last und Schöpfungsauftrag sehr deutlich. Die Aussagen scheinen manchmal „einem gewissen Lebenspessimismus Ausdruck zu geben“ (H. Burkhardt)  :

Die Tage unserer Jahre sind siebzig Jahre, und, wenn in Kraft, achtzig Jahre, und ihr Stolz ist Mühe und Nichtigkeit, denn schnell eilt es vorüber, und wir fliegen dahin. (Ps 90, 10)

Diese Grundstimmung wird aber durch den Schlussvers wieder aufgelöst, wo es heißt:

Die Freundlichkeit des Herrn, unseres Gottes, sei über uns und festige über uns das Werk unserer Hände! Ja, das Werk unserer Hände, festige du es! (Ps 90, 17)

Dieses Spannungsfeld von Last und Mühen einerseits und schöpfungsgemäßer Natürlichkeit , kann man wohl als eine Grundlinie in der Bibel erkennen.

Sehr selbstverständlich berichtet die Bibel davon, dass eigene Arbeit dazu dienen soll den Lebensunterhalt des eigenen Haushalts zu bestreiten. Das AT macht deutlich, dass der Erfolg darin von mehreren Faktoren abhängig ist. Diese werden wir in der nächsten Folge anschauen.

Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen (4)

Gott arbeitet! Diese profunde Tatsache kann man am Schöpfungswirken Gottes sehen. Dieses Arbeiten könnte sogar mit Mühen verbunden gewesen sein , weil Gott sich entscheidet, nach sechs Tagen zu ruhen (1Mo 2,2).

Die menschliche Arbeit steht in Verbindung und Kontinuität zum Arbeiten und Schaffen Gottes, auch wenn die Arbeit Gottes und des Menschen nicht direkt miteinander zu vergleichen ist. Für das Schaffen Gottes wird ein hebräisches Wort (bara) gebraucht, das nie auf die menschliche Arbeit angewandt wird .

Dieses „bara“ drückt die absolute Souveränität aus, in der Gott das Nichtsseiende ins Dasein ruft (vgl. Röm 4, 17) . Es betont dieses einzigartige unvergleichliche Tun Gottes, das jeder menschlichen Vorstellung entzogen bleibt.

Auf der Grundlage dieses Schaffens entfaltet sich die Arbeit für den Menschen. Es setzt das „Schaffen und Schenken Gottes voraus; mit der Übereignung der Schöpfungsgaben an den Menschen ist das Pflegen und Schützen dieser Gaben als Lebensauftrag für ihn gegeben“ (Hans Walter Wolff).  Der Mensch ist als Abbild Gottes geschaffen, durch seine Arbeit am Werk des Schöpfers teilzunehmen.

„Das Arbeiten des Menschen ist also Anteilhabe an der Arbeit Gottes, Eintritt in die Mitarbeit am Werk der Schöpfung, und zwar gleichsam mitschöpferisch. D. h. aus zwar schon Vorhandenem entsteht nun tatsächlich etwas, das so noch nicht da war: der bebaute, kultivierte Erdboden als Grundelement aller Kultur überhaupt“ (Helmut Burkhardt).

Dieses mitschöpferische Tätigkeit findet beispielsweise aber auch darin seinen Ausdruck, dass Gott Adam beauftragt, den Tieren einen Namen zu geben (1 Mo 2, 18).

In Folge 5 möchte ich betrachten, in wie weit die Sündenfall, das Verhältnis Gott-Mensch-Arbeit veränderte .

Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen (3)

Um sich dem biblischen Verständnis von Arbeit anzunähern, scheint es mir grundlegend auf die Schöpfungsgeschiche (1 Mo 1 – 3) einzugehen:

Gott hat den Menschen zu seinem Ebenbild geschaffen und ihm darin gleich einen Auftrag zum herrschen gegeben:

Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich! Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen! Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt die Erde, und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen! (1 Mo 1, 26 – 28)

Dieses „herrschen“ drückt sich in zwei unterschiedlichen Begriffe aus: „radah“ = niedertreten (1 Mo 1, 26) und „habasch“ = unterwerfen, gefügig machen (1 Mo 1, 28) .

Obwohl die Wortwahl es nahe legen könnte, ist das kein Aufruf zu einer Willkürherrschaft, sondern ein Gestaltungsauftrag für das eigene Lebensumfeld. Schließlich ist der Mensch zugleich gefordert, sich in dieser Welt einzurichten, sich zu vermehren, sie als die eigene Lebensgrundlage zu nehmen. Dies wird in der zweiten Anweisung „Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt die Erde, und macht sie euch untertan“ deutlich. In anderer Weise wird das noch im 2. Kapitel weitergeführt.

Und Gott, der HERR, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu bewahren. (1 Mo 2, 15)

Das Herrschen drückt sich aus durch bebauen (hebr.: abad = dienen) und bewahren. Helmut Burkhardt sieht darin, den Auftrag, das Schöpfungswerk Gottes fortzusetzen. Es gehe nicht darum, die Schöpfung so zu lassen wie sie ist, was das Wort „bewahren“ möglicherweise andeutet, sondern „das natürlich Gegebene so zu entwickeln, dass es zur Vollendung kommt, und zwar zu seiner in ihm angelegten Vollendung. Der Herrschaftsauftrag wird so zum Kulturauftrag. Der Mensch tritt in das Werk Gottes ein und führt es in seiner Arbeit fort.“

Dieser Herrschafts- und Kulturauftrag dient dem Menschen zunächst ganz elementar seiner eigenen Versorgung. Dem Menschen wird „die Nahrung zugesprochen“ . Die Pflanzen dienen zur Nahrung (1 Mo 1,30), sowie später auch die Tiere (1 Mo 9, 3).

Der Schöpfungsbericht zeigt uns als einzige Sinnbestimmung (neben dem der Ebenbildlichkeit Gottes) die oben beschriebene Arbeit in den im Zusammenhang der Schöpfung .

In Folge 4 werde ich genauer auf die Arbeit Gottes und das menschliche Arbeiten eingehen.

Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen (2)

Im ersten Teil (ich gebe zu, dass das schon ein Weilchen her ist) habe ich behauptet, dass das biblische Zitat „wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“, das auch Eingang in die Verfassung der Sowjetunion bekam, durchaus seine Bedeutung hat, aber nicht als Kerngedanke biblischer Anthropologie gesehen werden kann.

Ich möchte dieses Zitat als Ausgangspunkt dieser Artikelserie nehmen, in der ich mich intensiver mit der biblischen Bedeutung von Arbeit und Arbeitslosigkeit auseinandersetze und auch versuchen werde ethische Ansatzpunkte für Antworten auf schwierige gesellschaftliche Fragen zu finden, in der einfache „christliche“ Antworten zu kurz greifen.

Zentral ist für mich die Auseinandersetzung um die Frage, was Arbeit mit dem Menschsein an sich zu tun hat. Es gilt also (theologische) Anthropologie in das Grundverständnis von Arbeit in die gesellschaftliche Diskussion einzubringen . Mit dieser anthropologischen Dimension sind ethische Fragestellungen eng verbunden.Es reicht hier aber längst nicht, nur individualethische Aspekte zu diskutieren. Hier müssen wir Christen die „Entfremdung zwischen Kirche und Arbeitswelt“  (Helmuth Engelkraut) überwinden. Hier brauchen wir eine Sozialethik im Sinne einer Ethik der sozialen Ordnungen oder Institutionen, in denen der Mensch lebt. Ich glaube, dass christliche Ethik dazu einen entscheidenden Beitrag leisten kann.

Im nächsten Teil werde ich versuchen, das biblische Verständnis von Arbeit herauszuarbeiten.