Winter pur

Eigentlich bin ich nicht der Winter-Typ (abgesehen vom Farb-und Stiltyp), aber ich brauche ihn nicht oder nur sehr kurzzeitig für mein ganzheitliches Wohlbefinden. Von der Grundtendenz ist der Winter für mich also eher zu nass und zu kalt. Vor allem DIESER Winter. Ich verstehe aber, dass meine Umwelt davon ganz angetan ist. Und irgendwie ganz tief in mir, finde ich es schön, so einen Winter pur zu haben. Das passt eigentlich zu mir. Wo ich doch das „Reine“ auch sonst so liebe. Z. B. beim Bier, das ich am liebsten unverdünnt genieße. Oder den Kaffee. Kaffee muss schwarz sein, dass weiß ja jeder. Pur eben, sonst ist es ja ein Mich-Mix-Getränk und kein Kaffee. Mittlerweile finde ich sogar einen Zugang zur Milch, dank meines Nachbarn, der so oft auf Reisen ist und wir dadurch in den Genuss seiner echten puren Biomilch kommen.

Mit dem Winter pur bin ich also einverstanden, sofern wir dann auch einen Sommer pur bekommen. Das wäre so meine Bedingung. Ich mag es halt pur – ihr wisst schon.

Noch tiefer in mir entdecke ich aber noch Facetten an mir, die ich gar nicht pur mag. Zum Beispiel die politische Einstellung. Jede Partei in seiner Reinform ist für mich unerträglich. So bin ich also politisch eher ein christ-sozial-liberaler Grüner (oder so was in der Art) und fühle mich natürlich durch keine Partei in seiner Reinform vertreten, weswegen ich auch nicht mehr wählen gehe. Ich will an dieser Stelle nicht schon wieder über die Parteiendemokratie lamentieren, aber wir müssen uns bewusst machen, dass es bis zur nächsten Bundestagswahl nur noch gut drei Jahre sind. Wir müssen also jetzt schauen, dass der Wind sich dreht. Zum Beispiel in Richtung Grundeinkommen. Hartz IV liegt verwundet da. Wie soll es weitergehen? Jetzt ist doch die Chance für das Grundeinkommen. Jetzt muss der Widerstand gegen HartzIV mobilisiert und eine Alternative schmackhaft gemacht werden. Nein, ich glaube, dass unsere Gesellschaft noch nicht reif für ein pures Grundeinkommen ist, aber in die Richtung sollte sich zumindest etwas bewegen.

Es gibt übrigens noch viel mehr, was ich pur nicht mag. Aber alles kann ich in diesen Artikel auch nicht reinpacken. Ich mach´mir erst mal einen Kaffee und schau, was der Winter draußen so treibt.

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Ein bisschen drängeln…

Es sind nur noch drei Jahre bis zur nächsten Bundestagswahl. Wir brauchen nicht nur politische Alternativen, sondern auch Gesellschaftliche. Die Gedanken um das Bedingungslose Grundeinkommen, sind sicherlich das Ende der Fahnenstange oder das Paradies. Es ist vielmehr ein Weg, neue Richtungen und Perspektiven zu eröffnen. Gerade auch auf dem Gebiet unserer politischen Kultur. Ich sehe eine realistische Chance, dass die Parteien- und Lobbyisten-demokratie dadurch aufgeweicht werden könnte. Jedenfalls ist es noch ein langer Weg.

Vor einiger Zeit kam ein sehenswertes Film-Essay von Daniel Häni und Enno Schmidt heraus, das ein guter Aufhänger für eine weitere Diskussion sein könnte: Der Film mit dem schlichten Namen: GRUNDEINKOMMEN.

„Ein Film über das Zukunftsthema, das jeden angeht. Eine neue Art von Einkommen, bedingungslos für alle. Das löst Emotionen auf und viele Fragen. Mehr Möglichkeiten zur eigenen Initiative? Oder der Untergang der Leistungsgesellschaft? Und wie soll es bezahlt werden? Der Film mischt Festgefahrenes auf, zeigt Überraschendes, lässt mit- und weiterdenken. Nehmen wir das Ganze doch einmal persönlich. Der Film folgt der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens, einer Idee, die neue Energien in alle gesellschaftliche Bereiche bringt.“

Dieser Film wird am kommenden Freitag, 05. Febr. 2010 um 19.30 h im Workflow Meiningen (Nonnenplan 7, 2. OG) aufgeführt. Und dazu lade ich (nicht nur die Fans des Grundeinkommens) herzlich ein.

Götz Werner kommt nach Meiningen

…hoffentlich, vielleicht in 2010.

Ich würde gerne einen der deutschen Vordenker zum bedingungslosen Grundeinkommen nächstes Jahr nach Meiningen holen. Heute morgen habe ich mit der Kommunikationsagentur gesprochen, die die Anfragen sondiert und habe die Eckdaten eines möglichen Vortrags erfahren. Jetzt gilt es die entsprechenden Partner zu finden.

Können Professoren die Welt verändern?

Was ist deine Vorstellung, wenn du an Professoren denkst? Weltfremd, entrückt mit Ideen, die nichts mit der wirklichen Welt zu tun haben. Das ist doch so die erste Assoziation. Ich erinnere mich an die Tage als der Gerd noch Bundeskanzler war und imWahlkampf die Ideen zur Steuervereinfachung von „diesem Professor aus Heidelberg“ vom Tisch wischte. Das ist die Arroganz des Establishments, die Professoren wohl immer wieder begegnen. Das ist wohl auch das Los dieser Menschen, da sie es einfach leisten können jenseits der Konventionen zu denken und bestehende Verhältnisse radikal in Frage zu stellen.

Ich habe jetzt realisiert, dass es Professoren waren, die mich in den letzten Jahren massivst ermutigt haben und alten Denkrastern auszubrechen. Der erste war Mohammad Yunus (noch bevor der den Friedennobelpreis erhielt). Sein Buch „Banker to the Poor“ hat mich unheimlich inspiriert, als den typischen Rastern des Sozialen Unterstützungsdenken auszubrechen (es fiel mir nicht schwer, obwohl ich studierter Sozialpädagoge bin). Ich sehe in den Ansätzen des „social entrepreneurship“ eine echte Chance im Umgang mit globalen sowie lokalen Herausforderungen. Der nächste VISION SUMMIT- Kongress in Berlin, der von Yunus mit initiiert wurde, stellt sich der Herausforderung, die nächste Mauer zum Fallen zu bringen: Es geht um die Mauer der Armut. Und obwohl ich das Engagement von Bono und Bill Gates für Afrika nicht gering schätzen will, sehe ich in den Ansätzen des „social entrepreneurship“ zum ersten Mal real die Chance, dass grundsätzliche Entwicklungen zu Bekämpfung der Armut denkbar sind.

Der nächste Professor ist Götz Werner. Der Gründer der Drogeriemarktkette dm und Lehrstuhlinhaber am Karlsruher Insitut für Entrepreneurship hat u. a. mit seinem Buch „Einkommen für Alle“ eine wichtige Grundlage für die Gedanken rund um das Bedingungslose Grundeinkommen gelegt. Leser dieses Blogs wissen, dass ich mich seit geraumer Zeit sehr mit den Gedanken des Grundeinkommens identifiziere und glaube, dass in diesen Utopien wesentliche Impulse für die Gestaltung der (sozialen) Zukunft in unserem Land stecken.


Letzte Woche kam dann noch eine dritte Person dazu. Es ist Günter Faltin. Faltin ist Unternehmer und Gründer des Arbeitsbereichs Entrepreneurship an der Freien Uni in Berlin. Sein Buch „Kopf schlägt Kapital“ ist mir in den letzten Wochen immer wieder  begegnet. Letze Woche habe ich es gekauft und gelesen….und ich bekomme jetzt beim Schreiben noch Herzklopfen. Es ist mein Buch des Jahres! Es hat für mich soviel Inspiration und Ermutigung für wahrscheinlich eine lange Zeit. Der Untertitel des Buches: „Die ganz andere Art ein Unternehmen zu gründen. Von der Lust ein Entrepreneur zu sein“ sagt schon sehr viel über die Gedanken Faltins aus. In vielem spricht er mit aus dem Herzen und er macht vor allem Lust darauf Entrepreneur zu werden. Faltin ist eine echte Vaterfigur für Entrepreneure und solche, die es werden wollen. Er wird konkret und stellt viele Ressourcen zur Verfügung. Zum Inhalt werde ich mich in den nächsten Wochen an unterschiedlichen Stellen noch äußern.

Danke Herr Yunus, Herr Werner und Herr Faltin. Sie sind meine Helden der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts. Danke für alle Profs, die ich nicht kenne, die aber bereit sind ausserhalb der Konventionen zu denken und zu handeln! Ich nehme die Impulse gerne auf, arbeite damit weiter, inspiriere andere und lass mich weiter inspirieren.

Aufruf

Von 14. bis 20. September findet die 2. Woche des Grundeinkommens statt. Die Aktionswoche soll einen Beitrag dazu leisten, die Diskussion über die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens in die breite Öffentlichkeit zu tragen. Ich habe mich dem Aufruf angeschlossen und würde gerne einen aktiven Beitrag in Südthüringen mitgestalten.

Auszug aus dem Aufruf:

„Neue Wege erfordern Engagement. Machen Sie mit, bringen Sie sich dort ein, wo Sie leben. Lassen Sie uns gemeinsam darüber nachdenken und diskutieren, welchen Beitrag ein bedingungsloses Grundeinkommen zu einem freiheitlich-demokratischen und solidarischen Zusammenleben leisten kann!“

Eine Petition macht Furore

Die E-Petition beim Deutschen Bundestag für die Einführung des Grundeinkommens (ich berichtete) macht schon ganz schön Stress, zumindest ist der Server des Bundestages schon ganz schön überlastet.

Momentan sind es 20.263 Unterzeichner, dieser Petition, die eine Mutter aus Greifswald gestartet hatte. Kann diese Frau eine Lawine lostreten, die uns in eine andere Gesellschaft führt? Welche Auswirkungen diese Petition kurzfristig haben wird, kann ich nicht sagen, aber es zeigt sich, dass der Gedanke des Grundeinkommens eine kleine Lawine losgetreten hat. Der Gedanke des Grundeinkommens ist für immer mehr Menschen eine denkbare Utopie und totschweigen, lässt sich diese Utopie schon lange nicht mehr. Hunderte von Webseiten wiesen auf diese Petition hin.

Jetzt gilt es nochmal: Bis zum 10.02.09 17.02.2009 (Fristverlängerung, wg. den o.g. technischen Problemen!!!)  kann noch gezeichnet werden. Hier!