Musik in Meiningen

Rob Berg ist ein Weltreisender in Sachen Musik. Der Kanadier verweilt in der Regel mehr Zeit in unterschiedlichen Ländern als im heimischen Chilliwack. Sein
e Lieder han
deln von Leidenschaft – inspiriert durch den Glauben an seinen Gott. Er begleitet seine selbstgeschriebenen Lieder mit Gitarre oder Klavier. Musikalisch geht es in die Richtung Folkrock und Balladen.
Diese gute Nachricht lautet: Rob macht Station in Meiningen und zwar am Mittwoch, 10. November 2010 im 19.30 h in der Bethel-Kapelle (Kasernenstr. 5). Und die nächste gute Nachricht lautet: Der Eintritt ist frei.
Dieser Konzertabend macht Mut – für Glaubende, Zweifende, Suchende. Also für alle, die selbst noch auf der Reise sind.
Ich freue mich drauf!
(Hier der Flyer zum Mitnehmen: In-Love-War-Fire-post-2)
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Begründete Hoffnung auf Leben

„Gott sei gelobt. Er ist der Vater unseres Herrn Jesus Christus und hat uns sein großes Erbarmen erwiesen, indem er Jesus Christus aus den Toten auferweckt hat. Dadurch hat er auch uns eine begründete Hoffnung auf Leben geschenkt und uns noch einmal neu geschaffen. Denn auch wir dürfen dasselbe erwarten.“

(Die Bibel, 1. Petrusbrief, Kapitel 1, Vers 3 – Übersetzung Berger/Nord)

Butcherakis-Gespräch (1): Der Prediger zum Mieten

Es ist so, dass ich manchmal gerne öfters über interessante Menschen und Projekte berichten würde, was aber oft durch akute Schreibblockaden verhindert wird. Hilfreich ist es, dass ich letztes Jahr zum Geburtstag eine Videokamera geschenkt bekommen habe und so nutze ich jetzt die Gelegenheit, als erstes diese Person zu interviewen, der ich relativ oft im Büro gegenüber sitze: Martin Preisendanz. Ich habe ihn über „Rent a Preacher“ und „Exercise“ befragt.

Link: butcherakis im Gespräch mit Martin Preisendanz

(Das mit dem Einbetten des Videos hat noch nicht wirklich geklappt, ich werde mich um eine Lösung bemühen. Oder kann mir jemand sagen, warum ein Teil des HTML-Codes beim Speichern einfach verschwindet?)

Mal intensiver über Jesus nachdenken

Einen theologischen Leckerbissen bietet vom 29. bis 31. Januar 2010 die Pionierakademie in Meiningen. Klaus Berger hält eine Wochenendvorlesung in Christologie. Klaus Berger ist den aufmerksamen Lesern dieses Blogs sicherlich ein Begriff, da ich schon einige Zitate aus seinem Buch „Jesus“ von ihm verarbeitet habe (siehe Beiträge „Gott ist peinlich“ und „Jesus und die Altruisten“). Klaus Berger ist keine unumstrittene Person. Er kann provozieren und kann kann mitunter recht katholisch daher kommen. Es gibt Gebiete wo ich ihm gänzlich widersprechen würde und es gibt Aussagen und Herleitungen bei denen ich sagen kann, dass ich noch nie so geniale Sachen gelesen haben. Also zusammengefasst: Klaus Berger lässt einen nicht kalt, er bürstet gegen den Strich. Irgendwas in der Richtung wird uns auch in Meiningen erwarten. Nähere Infos zur Veranstaltung gibt es hier. Für diejenigen, die kein ganzes Wochenende investieren wollen (warum eigentlich nicht?), gibt es auch noch eine kostenlose Abendveranstaltung zum Thema „Was können moderne Menschen mit Jesus anfangen?“.

Wieder mal was zum G-Thema

Ich wurde gefragt, was eigentlich mein Gemeindeverständnis sei. Ausgerechnet diese Frage – ausgerechnet dieses Thema.

Gemeinde als Wort und dem dahinterstehenden Konstrukt war für mich in den letzten Jahren ein Thema großer innerer Kämpfe und Frustrationen. Ich habe das Wort vermieden wo es nur ging. Ich ging so gar so weit, dass ich die Ekklesiologie als Teil der Dogmatik als völlig überbewertet empfand, ja die Ekklesiologie als Fehlentwicklung der Theologie sah (und eigentlich will ich von dem Gedanken auch nicht ganz abrücken). Der Grund: Gemeinde wird in unseren Köpfen immer zunächst im Sinne von Organisation verstanden. Zwar ist es für viele Christen mittlerweile klar, dass Gemeinde oder Kirche sich nicht auf  eine Gebäude beschränkt. Es geht um das Leben. Allerdings gibt es immer noch einen großen Anteil dann Gemeinde mit Gemeindeleben sprich Gottesdienst gleichsetzen. Und das ist gar nicht so leicht aus den Köpfen zu kriegen.Der zentrale Fokus liegt vielfach auf den Veranstaltungen. Das setzt sich auch  in sog. Hausgemeinden fort: „Wir hatten heute Hauskirche“, habe ich mal vor kurzem auf einem Blog gelesen. Für mich ist Gemeinde aber der Ausdruck gemeinsam geteilter Nachfolge und weniger ein organisatorisches Konstrukt.

Ein kleiner Test: Wenn Du einen Christen kennenlernst, was fragst du dann?

  • In welche Gemeinde gehst du?
  • Zu welcher Gemeinde gehörst du?
  • Mit wem folgst du Jesus nach?
  • Wie folgst du Jesus nach?

Mein Anliegen ist, dass gemeinsame Nachfolge oder Gemeinde sich nicht nur als Milieu oder Subkultur versteht bzw. sich gesellschaftlich darin verortet, sondern, dass sie in dieser Welt einen Anknüpfungspunkt findet, oder um es etwas theologischer zu formulieren, sich inkarmiert. Und das bedeutet an jedem Ort, in jeder Szene etwas anders.

Ich habe den Glauben an eine ideale Gemeinde verloren. Ich glaube, dass Gemeinde eines der abgefahrensten Projekte Gottes ist. Er hat sich so für das Unperfekte entschieden. Gemeinde ist das Unvollkommenste was Gott geschaffen hat und ist gleichzeitig dafür da, ihn in dieser Welt real zu repräsentieren. Das Unvollkommene weist auf den Vollkommenen hin, den Schöpfer des Himmels und der Erde. So etwas kann sich nur Gott erlauben. Und gleichzeitig hat er die Vision, dass diese Gemeinde dann am Ende seine perfekte und bildhübsche Braut darstellt. Das ist sehr steil finde ich.

Ich möchte nicht die ideale Gemeinde suchen und leben. Jede Gemeinde, jeder Nachfolger muss seinen Ausdruck finden, seinen Schwerpunkt, seine Berufung. Jeder hat seine Stärken und seine Herausforderungen:

  • Gott zeigt sich im Unperkfetken seiner Gemeinde und stellt sich sehr bewusst dazu (vgl. Offb 1,12-20)
  • Jede Gemeinde kann nur einen Teil, eine Facette der Gottesfülle darstellen (siehe Sendschreiben). Das bedeutet, dass das Kopieren von Gemeindemodellen und -philosophien in der Regel an der Einzigartigkeit der Nachfolge vor Ort vorbei geht.

Jesus liebt seine Gemeinde und ich will mich dem anschließen. Ich habe bei vielem was ich erlebe große Schmerzen und war in der Vergangenheit gerne bereit, aufgrund dieser Schmerzen Gemeinden zu verurteilen um dadurch gleichzeitig meine Form der Nachfolge zu glorifizieren… bis mir Gott meinen Balken aufzeigte. Aua! So geht es nicht, mein lieber Nachfolger. Was Gott mit sehr viel Respekt behandelt, will ich nicht mit Füßen treten.

Wie beten Männer Gott an (2)

Eine Geschichte, die mich sehr berührt hat wurde für mich in den letzten Monaten zu einem Sinnbild dafür wie Männer Gott anbeten können. Sie steht am Ende des Buchs „Der wilde Messias“ von Michael Frost und Alan Hirsch (S. 239 – 242), die ich hier komplett wiedergeben möchte:

„Zwei Männer betreten gemeinsam eine Kneipe…

Zwei Männer in ihren mittleren Jahren treffen sich in einer Kneipe mitten in einem kleinen, unscheinbaren Dorf. Sie schließen sich herzlich in die Arme, ihre harten Hände umschlingen den breiten Rücken des anderen voller Zuneigung. Sie küssen sich zweimal, auf jede Wange. Dann setzen sie sich, um zu essen, zusammengekauert über dem gemeinsamen Tisch wie beim dem Treffen einer Verschwörung. Der Staub auf ihren Gesichtern unterstreicht die Linien um ihre Augen, ihre ergrauten Bärte verraten ihre Jahre. Zwei alte Löwen, Kämpfer, die so manche Schlacht geschlagen haben und immer noch auf ihren Beinen stehen.

Während er sich die Krümel aus dem Bart wischt, sagt der eine mit einem Grinsen: „Du bist aber alt geworden.“ Der andere schaut auf und hebt eine Augenbraue. „Ich meine doch nur“, fährt der Erste fort, „ich habe dich schon lange nicht mehr gesehen und du scheinst älter geworden zu sein in dieser Zeit.“ Erneutes Grinsen. Beide lachen und der erstse Sprecher legt seine Hand auf den Arm seines Freundes. Sein Tonfall wird ernster. „Es sind die vielen Reisen – sie sind so kräftezehrend“, gibt er zu.

„Bei mir ebenso. Und die Enttäuschungen. Ich könnte das Reisen, die schlechten Unterkünfte, die Rückschläge und all das aushalten. Aber diese lähmende Enttäuschung, Kameraden, die sich auf und davon machen, ihre Gruppen verlassen oder unsere Lehren verdrehen – ehrlich – das ist es, was mich fertig macht. Du bist nicht der Erste, der bemerkt, dass mich all das älter macht.“ Er schaut seinen Freund durchdringend an.

„Ja, du siehst sogar sehr alt aus.“ Beide lachen. Stille. Nach einer Weile beginnt der Erste wieder: „Sag mal, Paulus, machen dir die Korinther immer noch Kopfschmerzen? Sind sie der Grund für die grauen Strähnen in deinem Bart?“ „Das ist doch noch gar nichts – Kopfschmerzen und graue Strähnen, Petrus! Hast du nicht gehört? Du willst es gar nicht wissen! Eifersucht, Streit und Spaltungen! Einige haben meine Stellung als Apostel schlichtweg abgelehnt. Sie wollen Leiter, die mehr Gaben vorweisen können als ich sie habe! Ist das zu fassen? Sie verstehen nicht, dass all Weisheit vom Heiligen Geist herkommt. Nach so langer Zeit habe ich es nur mit Babys in Christus zu tun. Und ich will gar nicht anfangen, all ihre Verbrechen aufzuzählen: sexuelle Ausschweifung, sie verklagen sich gegenseitig vor den Richtern, missbrauchen ihre Freiheit und tolerieren, Geschwister, die in Unmoral leben – einfach so. Sie sind stolz auf ihre Geistesgaben, die Gottesdienste sind das reine Chaos – du solltest sie über die Auferstehung reden hören – furchtbar. Und was soll ich dir sagen – sie haben einfach keine Liebe füreinander! Vier! Vier Briefe habe ich ihnen dazu geschrieben und es hat den Anschein, dass alles nur noch schlimmer wird. Ich habe schon darüber nachgedacht, ihnen einfach nicht mehr zu schreiben, um die Diskussion zu beenden. Vielleicht können ja meine Fäuste ihnen das einbläuen, was meine Worte scheinbar nicht vermögen. Hm – du bist bestimmt ein besserer Fautkämpfer, als ich es bin – Lust auf eine Fahrt nach Korinth?“ „Ich bin mir nicht sicher, ob eine Keilerei den Korinthern helfen wird, Kamerad. Obwohl ich mir vorstellen könnte, dich zu begleiten.“ Petrus lächelt aufmunternd.

„Wie geht es der Zellgruppe in Galatien? Hast du was von ihnen gehört?“, fragt Paulus nach einem tiefen Schluck aus seinem Becher. Petrus schüttelt langsam den Kopf. Paulus spricht weiter: „Ihr Glaube war nicht fest genug, um all der Verwirrung standzuhalten, die diese Judenchristen über die Notwendigkeit der Beschneidung verursacht haben. Sie haben dem Evangelium, das ich ihnen gebracht habe, nicht vertraut! Überdies zweifeln sie genau wie die Korinther meine Autorität als Apostel an.“

Und so geht es weiter. Zwei Männer, müde von ihren Reisen, erzählen sich ihre Geschichten, von den neuen Zellgruppen in Kleinasien, Bekehrungen in Europa, Enwicklungen in Griechenland. Am Ende des Abends sagt Paulus: „Petrus, ich bin mir nicht sicher, ob ich dich noch einmal sehen werde…“ „Das sagst du jedes Mal, wenn wir uns treffen.“ „Ich weiß, und darum ist es nicht weniger wahr. Aber nur für den Fall, dass unsere Wege sich nicht mehr kreuzen, kannst du mir noch einmal von ihm erzählen?“ Petrus lächelt traurig: „Oh Paulus – ich habe dir die Geschichten schon hunderttausend Mal erzählt. Du kennst sie inzwischen besser als ich selbst.“

Paulus rutscht auf seinem Stuhl nach vorne und schaut seinen Freund an: „Kamerad, ich wurde geschlagen, verlassen, verraten, bin schiffbrüchig gewesen und für tot gehalten worden. Ich weiß, von keiner Gemeinschaft, die ich gegründet habe, die nicht durch irgendeine Krise geht, egal ob persönlich oder in der Lehre. Ich bin ein alter Mann geworden. Die Revolution ist in vollem Gange, langsam aber sicher kommt sie. Was haben wir nicht schon alles gesehen? Aber es ist manchmal so anstrengend. Ich warte auf den Herrn, wie der Wächter auf das Ende der Nacht wartet. Und weißt du, manchmal frage ich mich, ob aus diesen kleinen Zellgruppen, die wir angefangen haben, jemals die Bewegung werden wird, von der wir träumen. Ja, ich frage mich das. Auch nach allem, was ich gesehen und erlebt habe. Nach allem, was wir gesehen und erlebt haben..“

Er schaut Petrus mit seinen klaren Augen an und sagt nochmals, fast schon flehend: „Erzähle es mir noch einmal.““

Diese Geschichte spiegelt so viel Tiefe des Lebens wider. Egal in welchen geistlichen, beruflichen, persönlichen Herausforderungen wir stecken. Wir brauchen Gefährten mit denen wir uns in einer Tiefe begegnen können und gegenseitig dabei helfen können, uns auf die Person Jesus ausrichten zu können – um immer sagen zu können: Ja, es hat alles einen Sinn!