Begründete Hoffnung auf Leben

„Gott sei gelobt. Er ist der Vater unseres Herrn Jesus Christus und hat uns sein großes Erbarmen erwiesen, indem er Jesus Christus aus den Toten auferweckt hat. Dadurch hat er auch uns eine begründete Hoffnung auf Leben geschenkt und uns noch einmal neu geschaffen. Denn auch wir dürfen dasselbe erwarten.“

(Die Bibel, 1. Petrusbrief, Kapitel 1, Vers 3 – Übersetzung Berger/Nord)

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Nachhaltiges Beten

Meine Work-Life-Balance ist in den letzten Jahren doch ganz schön aus den Fugen geraten. Wenn ich so in mich hineinspüre, merke ich, dass mein geistlicher Tank ziemlich leer ist. Ich habe entschlossen -obwohl mein Leben insgesamt doch sehr turbulent ist – mir im Alltag immer wieder spezielle Phasen der Reflexion und Ruhe zu gönnen. Dazu gehört auch das Ruhegebet nach Cassian. Mehr oder weniger zufällig habe ich einen Kurs zu dieser Gebetswesen entdeckt. Peter Dyckhoff führt in die Gebetsweise ein, die vom Wüstenvater Johannes Cassian (4./5. Jahrhundert) entwickelt wurde.

Inhalt und Ziel dieses Gebets ist es, sich mit ruhiger Herzenshaltung auf Jesus Christus zu besinnen – ein bis zwei Mal pro Tag 20 Minuten. Angesprochen hat mich das bewusste Verzichten auf jegliche Leistung. Ich wiederhole in meinem inneren nur eine „Gebetsformel“ oder ein „Gebetswort“, ohne dass ich mich darauf konzentrieren (Leistung!) müsste. Meine Gedanken dürfen entgleiten und wenn ich es bemerke, dann komme ich einfach wieder darauf zurück und nehme das Gebetswort wieder auf. Da ich gerade beim Beten sehr ablenkbar bin, hat mich das sehr angesprochen. Der Gedanke tritt zwar an die Stelle des Gebetswortes, aber der Gedanke geht auch wieder. Ein Gedanke bleibt nie mehrere Minuten.

Ruhegebet ist nicht Kontemplation (ich gehe von einem Bild zum nächsten) und auch nicht Konzentration (ich fokussiere mich auf einen Punkt).Es ist vielmehr Versenkung und Hingabe.

„Das Gebet ist uninteressant für unseren Intellekt“, sagt Peter Dyckhoff. Es ist zu einfach als dass es unser Denken füttern könnte.

Momentan praktiziere ich das Gebet einmal täglich am frühen Nachmittag. Zwischenfazit: Es tut mir gut. Nicht mehr und nicht weniger. Aber es hat für mich eine große Kraft, mitten am Tag auszusteigen und mich auf diese Art und Weise Gott zu erfahren. Ein bekanntes Zitat von Karl Rahner begleitet mich auch in diesen Tagen: „Der Fromme von morgen wird ein Mystiker sein, jemand, der etwas erfahren hat, oder er wird nicht mehr sein.“

In diesem Sinne möchte ich ein Mystiker sein. Ich will mich einlassen auf Jesus – mitten im Trubel des Alltags. Ob ich das Ruhegebet dauerhaft praktizieren werde weiß ich noch nicht. Dyckhoff  empfiehlt, es schon mal ein bis zwei Jahre zu praktizieren. Durch das Ruhegebet will ich neue, gute Gewohnheiten in mein Leben integrieren. (Deshalb schreibe ich darüber, weil könnt ihr irgendwann mal fragen, ob ich das immer noch so tue. Vor 10 Jahren, als ich mit dem Rauchen aufgehört habe, hatte ich diesen Entschluss auch veröffentlicht – soziale Kontrolle kann manchmal helfen).

Für den Einsteiger gibt es hier mal die Gebetsworte („formula pietatis“), suche dir Dein Gebetswort aus, beachte die 3 Regeln (überziehe deine Gebetszeit nicht auf eine halbe Stunde oder länger, bete nicht nach dem Essen, bete nicht in der Sonne) und werde ein Mystiker. Der mystische Weg besteht aus 3 Schritten (Reinigung, Erleuchtung und Einigung).

Herr Jesus Christus,Sohn Gottes, erbarme dich meiner, des Sünders

Herr Jesus Christus,Sohn Gottes, erbarme dich meiner,

Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme dich unser

Gott komm mir zur Hilfe, Herr eile mir zu helfen

Herr Jesus Christus erbarme dich meiner

Jesus, Sohn Davids erbarme dich meiner

Herr Jesus, Christus, erbarme dich unser

Jesus Christus erbarme dich meiner

Jesus Christus erbarme dich unser

Herr Jesus Christus, Sohn Gottes,

Jesus, Messias, Sohn Gottes

Jesus Christus, Sohn Gottes

Herr erbarme dich meiner

Mein Gott und mein alles

Herr erbarme dich unser

Dein Wille Geschehe

Herr Jesus Christus

Herr erbarme dich

Komm, Herr Jesus,

Jesus erbarmen

Jesus Christus

Kyrie eleison

Jesus, Liebe

Jesus, Herr

Herr Jesus

Maranatha

Immanuel

Jesus, Du

Christos

Adonai

Jesus

Abba

 

 

Wahrscheinlich kein Gott in Deutschland

Vor einiger Zeit lief in Großbritannien eine Buskampagne von Atheisten („There is probably no God…“).  Eine ähnliche Kampagne wollen Atheisten nun auch in Deutschland starten. Doch das scheint gar nicht einfach. Die Busunternehmen haben kein Interesse daran, ihre Busse mit atheistischer Werbung zu bekleben. Also entschied man sich einen eigenen Bus zu chartern und mit ihm durch Deutschland zu touren. Was ist lustig finde, ist dass die deutschen Atheisten, da nach etwas gründlicher sind als ihre britischen Vorbilder. Ging man auf der Insel noch davon aus, dass es „wahrscheinlich“ keinen Gott gebe, wird man hierzulande konkreter: „Es gibt – mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit – keinen Gott“.

Ein paar Anmerkungen dazu:

  1. Es lebe die deutsche Gründlichkeit. „Wahrscheinlich“ ist zu lasch, lässt zu viele Hintertürchen offen. Die deutsche Formulierung liefert doch eine nahezu wissenschaftliche Klarheit.
  2. Das schlechte Kopieren, von anderswo erfolgreichen Konzepten können nicht nur Christen, sondern auch Atheisten.
  3. Da Gott ein Gott der Unmöglichkeiten ist, wird es ihm besonders Freude bereiten, den Menschen in Deutschland im unwahrscheinlichsten Moment zu begegnen. Entdecke die Unmöglichkeiten.

Gott ist peinlich

In den letzten Wochen beschäftige ich mich immer wieder damit, was Jesus-Nachfolge bedeutet. Wenn Jesus uns in die Nachfolge ruft, beginnt ein krasses Abenteuer. Die Aufgaben, die er uns stellt, sind meistens eine Überforderung zumindest eine deutliche Heraus-forderung. Jesus nachzufolgen hat immer was mit auf-dem-Wasser gehen zu tun (die nasse Füsse inclusive). Ein Aspekt, den ich gerade sehr schätze ist, dass wir einem peinlichen Gott nachfolgen. Und dies bedeutet, dass auch Nachfolge extrem peinlich sein kann (damit möchte ich nicht alle christlich-subkulturellen Abartigkeiten entschuldigen).

Ja, ich sage es nochmal: Gott ist peinlich: So wie Gott auf die Welt gekommen ist und wie er gestorben ist. Ehrlich: ich finde das peinlich. Gott macht sich quasi zum peinlichen Deppen. Das kommt gerade in Lukas 15 ganz deutlich zum Ausdruck, das Kapitel das der Essener Evangelist Wilhelm Busch als das „goldende Kapitel“ der Bibel bezeichnet hatte, dort wo es darum geht, was es für Gott bedeutet,wenn Menschen zu Ihm finden, kommt dieses peinliche, unwürdige, närrische am deutlichsten zum Ausdruck:

Klaus Berger schreibt über das Gleichnis vom verlorenen Groschen:

„Das Gleichnis handelt .. von Gott. Im Bild dieser Frau steht seine närrische Suche im Zentrum, seine Gottes wahnsinnige Freude. Denn e, der Herr der Welten, ist auf der Suche nach jedem verlorenen kleinen Menschen. er kehrt das Haus um, auf dass er den letzten finden kann. Die normale Weltordnung ist hier verkehrt worden: Nicht wir müssen Gott suchen, den mächtigen und barmherzigen, sondern er sucht uns. Verzweifelt fast, um jeden Preis. Und wer sein Haus umkehrt, um einen Groschen zu suchen, der tut es auf Knien. Nicht wir knien her, sondern Jesus schildert hier Gott auf Knien. Ein merkwürdiger Gott – versteht er denn gar nichts von Würde?…Gott wird hier in seiner Verletzlichkeit und als Verachteter und Belächelter dargestellt, und wohl gerade deshalb auch im Bild einer Frau.“ (Klaus Berger, Jesus, S. 238)

Noch peinlicher verhält sich Gott im Gleichnis von Verlorenen Sohn.

Der Vater rennt dem Sohn, der der Erbe verbrasst hat und sich auf den Weg gemacht hat entgegen. Eine ungeheuerliche Peinlichkeit, absolut unwürdig – ein Mann rennt im Orient nicht, er raubt sich seiner kompletten Würde! Unser Gott ist peinlich! Immer wieder! Weil es ihn um uns geht. Weil Gott liebt „vergisst“ er alles um sich herum, da ist es ihm egal, was andere über ihn denken.

Ich zitiere nochmal Klaus Berger:

„Warum aber ist gott so närrisch? … Gott hat Sehnsucht nach Freude über Gefundenes. Gott und Freude sind identisch. Wenn der Lebensmaßstab Gottes also die Freude ist, dann sieht manches anders aus.“

Deshalb mutet auch Gott uns alle Peinlichkeiten zu, wenn er uns in seine Pläne, sein Herz, sein Leben, seine Leidenschaft hinein nimmt. Gott ist peinlich, Nachfolge ist peinlich. Nachfolge an sich beginnt auch mit so einer Peinlichkeit: der Taufe (wenn das nicht mal peinlich ist, oder?).

Jesus ich will dir nachfolgen!

Red Kite

Bin zur Zeit für ein paar Tage in England und erlebe beim Besuch eines Freundes das internationale Büro einer Gemeindegründungsbewegung in der Muslimischen Welt. Es ist sehr interessant und anregend hier, aber am allermeisten faszinieren mich die Red Kites (Rote Milane), die in großer Anzahl am Himmel ihre Kreise ziehen und rufen (oder singen oder so was)….faszinierend.

Als Kontrast zur Ekklesio-overdose der letzten Wochen, lese ich zur Zeit „Jesus“ von Klaus Berger.

Der Mann hat zum Teil faszinierende Gedanken (okay manches ist schräg, aber das Verzeihe ich ihm sehr gerne), da jubiliert dann mein Herz und ich bin so dankbar diesen Jesus zu kennen. Mal sehen, vielleicht werde ich das eine oder andere hier schreiben (wenn´s jemand interessiert).