25. Jun 2009
Gestern war ich bei einer Veranstaltung bei der der Film “Neuland denken” von Daniel Kunle und Holger Lauinger aufgeführt wurde. Ich mag den Film (habe ihn nun zum 3. Mal gesehen) weil er einen sehr krassen und realen Einblick in den Strukturwandel im ostdeutschen ländlichen Raum berichtet – dieses Stimmungsbild macht fast depressiv und zum Glück bleibt er nicht dabei stehen. Ab der Mitte des Films werden Stück für Stück einzelne “Fenster” geöffnet, Beispiele gezeigt, wie Menschen anfangen mitten in diesem Umbrüchen zu gestalten und Chancen zu sehen. Es sind keine Hurra-Beispiele, keine “großen Sachen”, sondern zeigen auf, was möglich sein könnte. Der Film macht mir sehr Mut mit anderen zusammen in meiner Stadt und Region nach Möglichkeiten zu suchen. Ich könnte mir auch vorstellen den Film in den nächsten Monaten in Meiningen zur Aufführung zu bringen.
Im Rahmen der Podiumsdiskussion (u. a. mit dem Journalisten und Filmemacher Holger Lauinger, dem Bürgermeister von Suhl und 2 Bundestagsabgeordneten) hörte ich von 2 Modellen, die ich beachtenswert empfinde und für eine weitere Entwicklung von Meiningen interessant sein könnten:
Das eine ist der sog. Bürgerhaushalt und stellt eine neue Art der Bürgerbeteiligung dar. Und das Zweite ist das Konzept von “Shared Space”, das in Deutschland in der Gemeinde Bohmte umgesetzt wird. Shared Space beinhaltet neue Ausgangspunkte für den Gebrauch, den Entwurf und die Unterhaltung unserer Strassen und öffentlichen Räume und hebt die herkömmliche Trennung der verschiedenen räumlichen Funktionen auf.
22. Jun 2009
Zitate aus der Psychologie heute (Ausgabe Juli 2009):
“Haben wir eine Situation nicht mehr völlig im Griff, neigen wir dazu, die wenigen uns bekannten Informationen als vollständiger und bedeutsamer anzusehen, als sie es tatsächlich sind.”
“Besinnen wir uns auf Werte und Dinge, die uns wichtig sind, lässt das Gefühl des Kontrollverlustes nach, und unsere Wahrnehmung der Welt kommt wieder ins Lot.”
(aus dem Artikel: Muster geben Halt)
“Stress ist zwar ein natürlicher Teil unseres Alltags, ein Übermaß an negativem Stress kann aber die neuronalen Schaltkreise langfristig stören.”
(aus dem Artikel: Armut schädigt das Gehirn)
“Heranwachsende mit einem übersteigerten Selbstwertgefühl, das schon an Narzismuss grenzt, reagieren auf eine Erniedrigung deutlich aggressiver als Gleichaltrige mit weniger stark ausgeprägtem Ego.”
(aus dem Artikel: Zu Stolz für Niederlagen)
“Paare, die darauf vertrauen können, dass es in der Partnerschaft grundsätzlich gerecht zugeht, müssen nicht von Tag zu Tag für Ausgewogenheit kämpfen.”
(aus dem Artikel: Ignorieren, abwarten, argumentieren)
“Antidepressiva sind akute Schmerzmittel für die Seele. Heilen können sie nicht.”
(aus dem Artikel: Helfen Pillen gegen die Schwermut?)
15. Jun 2009
Heute habe ich bei Neu-Blogger und Neu-Staddtrat Michael einen Film gesehen, über den Meininger Stadtteil Jerusalem in dem ich 4 Jahre gelebt hatte und dort mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet habe. Der Film ist bestimmt 5 oder 6 Jahre alt. Ein interessantes Dokument: erstens weil es die Situation von “damals” beschreibt und zweitens, weil ich da auch vorkomme (ich werde senitmental – war schon eine sehr spannende Zeit).
29. Mai 2009
Vor einiger Zeit lief in Großbritannien eine Buskampagne von Atheisten (”There is probably no God…”). Eine ähnliche Kampagne wollen Atheisten nun auch in Deutschland starten. Doch das scheint gar nicht einfach. Die Busunternehmen haben kein Interesse daran, ihre Busse mit atheistischer Werbung zu bekleben. Also entschied man sich einen eigenen Bus zu chartern und mit ihm durch Deutschland zu touren. Was ist lustig finde, ist dass die deutschen Atheisten, da nach etwas gründlicher sind als ihre britischen Vorbilder. Ging man auf der Insel noch davon aus, dass es “wahrscheinlich” keinen Gott gebe, wird man hierzulande konkreter: “Es gibt – mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit – keinen Gott”.
Ein paar Anmerkungen dazu:
- Es lebe die deutsche Gründlichkeit. “Wahrscheinlich” ist zu lasch, lässt zu viele Hintertürchen offen. Die deutsche Formulierung liefert doch eine nahezu wissenschaftliche Klarheit.
- Das schlechte Kopieren, von anderswo erfolgreichen Konzepten können nicht nur Christen, sondern auch Atheisten.
- Da Gott ein Gott der Unmöglichkeiten ist, wird es ihm besonders Freude bereiten, den Menschen in Deutschland im unwahrscheinlichsten Moment zu begegnen. Entdecke die Unmöglichkeiten.
29. Mai 2009
Seit einiger Zeit kämpfe ich nun gegen so einen dämlichen Infekt, der doch zu einer recht ungelegenen Zeit in mein Leben trat. Es schien so als habe ich ihn besiegt, da schlug er zurück, an einer Stelle, wo es dem Mann am meisten weh tut. Dieser Kampf wird keineswegs mit fairen Waffen ausgetragen. Aber egal wo soll ich mich denn beschweren. Es hat ja auch se
in Gutes ans Bett gefesselt zu sein:
Gestern abend war meine Frau bei “Pasch halb Acht” in der Buchhandlung Lohmann.
Albert R. Pasch stellte dort interessante Frühjahrs-Neuerscheinungen des Eichborn-Verlages vor. Und meine Frau bringt mir dann doch gleich eines dieser Bücher mit. Einfach so – als Ermutigung im meinem Kampf. Es ist ja eigentlich nicht so mein Thema – ein es handelt sich ja schließlich um einen Reiseführer für muslimische Deutschland-Besucher aus dem Morgenland. “Allah verzeiht, der Hausmeister nicht” heißt das Werk von Kerim Pamuk, den ich bisher nicht kannte, aber der Name Pamuk spricht ja zumindest für ein hohes Maß an literarischer Qualität. Um es vorweg zu nehmen. Ich habe zum ersten Mal seit Langem beim Lesen wieder laut gelacht (sonst komme ich selten über ein Schmunzeln hinaus). Genial wie er Deutsche und Türken und andere Orientalen gleichermaßen aufs Korn nimmt. Ein Tipp nicht nur für Infektbekämpfer.
26. Mai 2009
Habe gerade einen interessanten Beitrag über “amerikanisches Denken” gelesen.
“Wenn mal interessante, intellektuell befriedigende Ideen aus den USA kommen (was selten genug der Fall ist), dann stammen sie fast immer von einem Europäer.” (Fritz B. Simon)
Klingt ja fast rassistisch.. oder ist das eine feine Beobachtung kultureller Unterschiede?
26. Mai 2009
“Salvation is not about escaping punishment, it is about participating in the life of Christ.”
Martin Scott
25. Mai 2009
Ich liebe es den Frühling in Meiningen zu genießen. Gestern verweilten wir als Familie einige Stunden im Schlosspark mit unglaublich idyllischen Einblicken auf die Frühlingswiesen und die Werra. Mitten in der Stadt haben wir eine dermaßen schöne Oase, die es einem ermöglicht, die Seele baumeln zu lassen. Meine Prognose: Die Kinder werden in den nächsten Tagen nicht genug kriegen von Wasserspielen in der Werra.
25. Mai 2009
Meine Einschätzung über die Ära Klinsmann beim FC Bayern habe ich schon an anderer Stelle abgegeben. Die Saison ist nun zu Ende und die Bayern sind sehr glücklich. Dank Jupp Heynckes haben sie doch noch die direkte Champions-League-Qualifikation geschafft. Und wäre der Erfolgstrainer (in 4 Jahren Bayern immerhin zweimal die Meisterschaft geholt) und Fußballlehrer schon früher da gewesen, dann wäre es wohl die größte Saison der Bayern überhaupt geworden. 13 von 15 möglichen Punkten aus 5 Spielen sind es unter seiner Führung geworden. Herr Hoeneß war sehr zufrieden und fragte, sich wo die Bayern wohl stünden, hätten sie immer so gespielt, wie in den letzten 5 Spielen. Das Rechenspiel ist sehr einfach. Rechnen wir die 5 Spiele hoch auf die gesamte Saision, dann hätten die Bayern 88 Punkte erreicht und wären so überlegen wie nie (und niemand sonst) Meister geworden. Eine irre, überlegene Mannschaft, vor der ganz Europa sich fürchten muss. “Mir san mir”, heißt diese Form von Realitätsverlust. Die Frage ist, wann dieses Selbstverständnis sich ins Gegenteil verkehrt. Wäre doch schade, wenn Bayern nur noch im Mittelmaß der Bundesliga verkommt und andere, die nachhaltig an ihren Entwicklungen arbeiten die Bayern überholen.